Sankt Blasius Kirche

Gemeinde Lichtenstein, Ortsteil Holzelfingen

„Äußerst malerisch ist die Lage der Kirche auf steilem Felsen ganz am Rande des Gebirgs. Wer das alte Sträßchen aus dem Zellertal herkommt und zwischen steilen Waldhängen und hochragenden Felsen, darunter links der Greifenstein in wildschöner Lage, bergan steigt, erblickt plötzlich das Kirchlein, das wie in den Wolken schwebend von den Felsen durch den Wald herabsieht.“

So beschreibt die Oberamtsbeschreibung von 1893 die Sankt-Blasius Kirche im Lichtensteiner Teilort Holzelfingen. 1275 zwar erstmals urkundlich erwähnt, wird jedoch vermutet, dass die Kirche und die Pfarrei St. Blasius älter sind. Möglicherweise wurde die Kirche vom Bistum Chur im 10. Jahrhundert gegründet, das Patronat der Kirche kam erst 1404 von den Grafen von Landau an den Reutlinger Bürger Spiegel. Die heutige Kirche ist eine Wehrkirche mit Chor aus dem Jahr 1494. Wandmalereien zeigen Wappenschilde von 1508: So befindet sich neben dem herzoglich-württembergischen Wappen auf der rechten Seite das Schild mit dem Greifen des Ritters von Greifenstein, des vermutlichen Bauherrn des Chores, dessen Burg in wenigen Resten nördlich des Ortes zu finden ist. Somit mag es nicht verwundern, dass die Kirche Grablege der Herren von Greifenstein war. Von besonderem künstlerischen Wert ist das hölzerne, ca. 1,40 Meter hohe Kruzifix auf dem Altar.