Markus Wilke


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Markus Wilke
Markus Wilke, ehFoto&Grafie

Biografie

10. August 1957 geboren in Haslach im Kinzigtal

1958 - 1966
Schulzeit in Köln

1966 - 1972
Schulzeit in Gomaringen

1971 - 1972
Privater Kunstunterricht bei Eva Unterberger

1972 - 1975
Ausbildung zum Schauwerbegestalter bei C.F. Haux in Reutlingen

1974
Erste Ausstellung in der Galerie ZELLE Reutlingen

1979 - 1983
Studium an der Freien Kunstakademie Nürtingen

1988
Gründung der Firma „Kunst vor Ort“ mit Kunst-Installationen deutschlandweit im
öffentlichen Raum

seit 1995
Dozent an verschiedenen Institutionen

ab 2014
Mitglied im VBKW

Künstlerischer Werdegang, Konzept und Wirkung

Die Umzüge in jungen Jahren machten Markus Wilke zum Außenseiter der früh in der
Kunst seine Selbstversicherung fand. Der erste Ankauf eines seiner Bilder durch den
Schuldirektor im Jahr 1971 bestätigte ihn in seinem Willen Kunst zu machen. Die
Ausbildung zum Schauwerbegestalter stellt die Brücke zu seiner Künstlerischen
Entwicklung da. Dem Kunstbetrieb kritisch gegenüberstehend entwickelte er Konzepte
für angewandte Kunst mit gesellschaftlichen Inhalten für die Werbebranche. Dabei
fanden auch profane Werkstoffe sowie Schrott und Abfälle Verwendung in den
Inszenierungen. Den Zwängen dieser Branche zu entkommen erarbeitete er sich parallel
sein malerisches Werk. Die Einflüsse dieser Vita führten dann zu der Werkgruppe der
„Müllbilder“.

Markus Wilkes malerisches Anliegen ist es den Widerspruch von Gegenständlichkeit
und Abstraktion aufzuheben, Ideologische Grabenkämpfe zu hinterfragen. Er nutzt
virtuos die Errungenschaft der Malerei, Illusionen zu schaffen. Dabei setzt er die
Ausschnitte fotografischer Vorlagen opulent in eine All Over Malerei um, die die
unterschiedlichsten Kunsthistorischen Bezüge aufweisen. Die Abbilder ihrer Identität
beraubten Gegenstände von Abfällen unserer Gesellschaft bilden auf der Fläche
abstrakte Kompositionen aus dem Zusammenspiel von Linien und geometrischen
Flächen ohne Hintergrund und Zentrierung. Damit geht er über die Thematisierung der
Konsumgesellschaft hinaus und macht deutlich dass alles bildwürdig sein kann. Seine
Bilder machen bewußt dass es höchste Zeit ist Hierarchien zu hinterfragen.

"Ganz schön erhellend"

Markus Wilke malt Bilder, die ziemlich schön sind! Dann aber siehst du Müll, Abfall,
Dreck, eine verwahrloste Landschaft. Da ist eine Augenlust. Und dann bleibt sie stecken:
im Auge? im Hals?
Schärfer, pointierter als jedes Foto (das in diesen Bildern auch immer drin ist), in starker
Form und Farbe erscheinen uns die Rückstände und Beifänge eines Lebensstils, der die
Welt verbraucht.
Das ist ganz schön erhellend! Und es erscheint ganz selbstverständlich.
Denn die Widersprüche sind da. Markus Wilkes Kunst macht sie auf besondere Weise
sichtbar. Seine Bilder erzählen vom Wert der Dinge. Sie erzählen davon, dass und wie
die Menschen sie und ihren Wert verloren haben.
Vor 20 Jahren hat der Atmosphärenforscher Paul Crutzen vorgeschlagen,
unserer Zeit als einer neuen geochronologischen Epoche den Namen
„Anthropozän“ zu geben: Das Zeitalter, in dem der Mensch zu einem der
wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und
atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist.

In Markus Wilkes Bildern wird dieses „Zeitalter des Menschen“ sichtbar, obwohl
Menschen in seinen Bildern fehlen. Archäologen späterer Jahrhunderte werden solche
Bilder ausgraben!
Da ist einer seiner Zeit voraus, auch wenn er sich in manchen Gestaltungsformen der
Vergangenheit verpflichtet weiß.
Seine Vita erzählt, dass am bzw. vor dem Anfang seiner künstlerischen Entwicklung eine
Ausbildung zum Schauwerbegestalter stand. Mir scheint, er ist immer noch ein Werber.
Da ist die Einladung das Verachtete, Verlorene, Belanglose, Weggeworfene zu
(be-)achten und sich damit auch selbst neu wahrzunehmen. Denn das Anthrozän ist
nicht (nur) Schicksal. Es ist vor allem Herausforderung.

Eberhard Braun


Markus Wilke bei der künstlerischen Arbeit
Markus Wilke, ehFoto&Grafie

Ausstellungen

Bad Boll, Bad Hersfeld, Baden-Baden, Berlin, Freiburg, Filderstadt, Gammertingen, Möglingen, Münsingen,
Kirchheim, Kusterdingen, Reutlingen, Stuttgart, Tübingen, Wörth am Rhein

Ankäufe der öffentlichen Hand

Regierungspräsidium Tübingen, Landratsamt Tübingen, Kreissparkasse Tübingen,
Landratsamt Reutlingen 

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