Karl Striebel

Zu den Werke in der Kunstsammlung digital Karl Striebel
Karl Striebel

Biographie

1954
geboren in Münsingen

1987
Beginn mit der Malerei als "Spätberufener"

seit 1995
Ausbildung an verschiedenen Akademien 
(zum Beispiel Europäische Kunstakademie Trier, Pro Arte Italien, Bad Reichenhall, Augsburg, Bochum)

1998
erste Einzelausstellung in der Kreissparkasse Münsingen

seit 1998
Dozententätigkeit

seit 2009
Mitglied im Verband Bildender Künstler und Künstlerinnen Baden-Württemberg

2015
Wohnortwechsel nach Reutlingen

seit 2015
Mitglied in der Produzentengalerie Pupille

Gewässer 5, 2019
Gewässer 5, 2019

Künstlerisches Konzept

Meine Liebe zur Kunst, zur Malerei ist schon immer in mir gewesen. Leider war mir die Ausübung in der Jugend und im jungen Erwachsenendasein nicht möglich. Erst ab 1988 war es mir möglich, meinen persönlichen Interessen nachzugehen und ich begann mit der Malerei. Schnell spürte ich, dass hier mehr als ein Hobby verborgen lag. Zu einem Kunststudium war es allerdings zu spät. Deshalb habe ich mich intensiv an verschiedenen nichtstaatlichen Kunstakademien weitergebildet.
Ich habe viele Techniken ausgetestet: Von der Aquarell-, Tempera-, Öl-, Pastell- bis hin zur Acrylmalerei, die für mich letztlich die größten Vorteile versprach und in der ich heute vorwiegend arbeite. Auch im Druckbereich habe ich ziemlich alle Techniken durchexerziert und habe im Siebdruck und im Holzschnitt die besten Ausdrucksmittel für meine Herangehensweise gefunden.
Immer mehr wird mir bewusst, dass für meine künstlerische Arbeit vor allem die heimatliche Landschaft, die schwäbische Alb den stärksten Einfluss hat. Die Schroffheit, die Klarheit der Farben, die Stille und Einsamkeit führt mich immer wieder zur Landschaftsmalerei. Wobei ich in meinen Arbeiten stets versuche, zwischen Figürlichem über Abstrakt-Gegenständlichem hin zum völligen Verzicht auf assoziative Bezüge, je nach Ausgangslage und gewähltem Thema, hin- und herzuwechseln.

Meine Bilder entstehen zwar nach Plan, ausgehend von einem gegenständlichen Motiv, wie zum Beispiel einer Landschaft. Allerdings baue ich im Laufe des Entstehungsprozesses solange an der Bildform, bis sich eine mehr oder weniger wirklichkeitsferne Form ergibt oder sich eine andere, neue Bildform herauskristallisiert. Spannend ist für mich das Unkalkulierbare und die Eigengesetzlichkeit der Malerei. Das Bild ist für mich manchmal Freund, öfter auch Feind, der zum Reagieren zwingt und mich tage- oder wochenlang ratlos stehen lässt, wie bei einem Schachspiel: Lässt während der Arbeit die Konzentration nach, ist das Spiel schon verloren. Besser ist es dann, das unfertige Bild zur Seite zu stellen und das "Spiel" erst wieder aufzunehmen, wenn die nötige Konzentration vorhanden ist und neue Ideen einfließen können.

Die Landschaftsmalerei hat sich bei mir eindeutig als Schwerpunkt herauskristallisiert, wobei das Motiv der Landschaft oft nur den Anlass dazu bildet, um rein künstlerische Probleme aufzugreifen. Fragen nach Fläche und Raum - wie entsteht Räumlichkeit auf der zweidimensionalen Bildfläche, ohne auf die gängigen perspektivischen Mittel zurückzugreifen? Wie wirken die Farben in emotionaler Hinsicht? Wie weit kann die Abstraktion in der Landschaftsmalerei getrieben werden, ohne dass das Typische einer bestimmten Landschaft, wie zum Beispiel der Alb, verlorengeht?
Als Ausgangspunkt dienen mir visuell prägnante Eindrücke vorbeihuschender Landstriche, eigene Naturfotografien oder vorausgehende Skizzen, letztlich natürlich auch das in der Erinnerung fest verankerte Landschaftsbild der Alb.

Landschaft 0102, 2021
Landschaft 0102, 2021