Kulturpark Reutlingen-Nord

Portrait: Kulturpark Reutlingen-Nord (Myway Film UG)

Ein offener Ort

Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Rappertshofen entstand im Jahr 2017 der Kulturpark Reutlingen-Nord, offen für alle, die Freude am Gärtnern, Spaß an Tieren, Lust auf Kultur, Begegnung und guten Kaffee haben. Kleinere Kulturveranstaltun­gen finden hier statt und die Räume können für private Feste angemietet werden. Zeitgemäß leben in der Stadt, niemanden ausgrenzen, Natur und Tiere fassbar erle­ben, die Balance finden zwischen Arbeit und Leben – der Kulturpark RT-Nord möch­te ein offener Ort sein, an dem sich jede und jeder einbringen und aktiv beteiligen kann. Der Kulturpark RT-Nord versteht sich als Plattform für vielfältige Aktivitäten, die sich an Bürgerinnen und Bürger in den umliegenden Nachbarschaften im Reutlinger Nordraum richten und eine Einladung mitzumachen, darstellen.
Als Tagesförderstätte bietet der Kulturpark Menschen mit Körperbehinderung interessante und vielfältige Aufgaben an. Menschen mit hohem Assistenzbedarf finden hier die Möglichkeit sinnvolle, produktorientierte Tätigkeiten zu übernehmen. Damit wollen wir zu einer beruflichen Identität und zu gesellschaftlichem Empowerment beitragen.

Alpakas im Kulturpark Reutlingen-Nord, Foto: Habila, Kulturpark Reutlingen-Nord
Alpakas

Kulturarbeit

In den letzten Jahren wurde der Fokus vermehrt auf inklusive und am Gemeinwesen orientierte Kulturarbeit gelegt.
Schon immer wichtiger Bestandteil des Kulturparks, war und ist der künstlerische Bereich. Für künstlerische Tätigkeiten, professionell begleitet durch Kunsttherapeutinnen und Kunsttherapeuten, steht ein 107m2 großes Atelier zur Verfügung. Alle Beteiligten freuen sich über die künstleri­schen Möglichkeiten in diesen Räumen. Die Teilnahme an Ausstellungen, wie Kunst im Tuffsteinkeller in Honau, an inklusiven Kunst­wettbewerben, wie zum Beispiel „Heimat.Land.Kreis“ des Landkreis Reutlingen oder an Festivals wie dem „Echt Jetzt!“ Performancefestival, ist Bestandteil der Atelierarbeit, ebenso wie inklusive und für alle Bürgerinnen und Bürgern offene Kooperationsprojekte, wie das Wandbemalungsprojekt im benachbarten Stadtteil Orschel-Hagen.

Ein Lichtkasten entsteht im offenen Atelier, Foto: Habila, Kulturpark Reutlingen-Nord
Entstehung eines Lichtkastens

Stipendium für Kunst und Inklusion

Zusätzlich vergibt die Habila jedes Jahr ein Förderstipendium für Künstlerinnen und Künstlern mit abgeschlossenem Hochschulstudium – das Stipendium für Kunst und Inklusion. Es bietet viel Freiraum für künstlerische Projekte und ist verknüpft mit der Erwartung sich vor Ort mit künstlerischen Impulsen einzubringen. Der gegenseitige künstlerische Austausch soll einen nachhaltigen Beitrag zur Biografie der Stipendiatinnen und Stipendiaten leisten und dem Kulturpark und allen Beteiligten bereichernde innovative Impulse geben. Das Stipendium bietet die Möglichkeit neue Räume zu erschließen, Grenzen infrage zu stellen und Begegnungsmöglichkeiten über Kunst zu erweitern.

Als Stipendiatin des Jahres 2022/2023 kam Anna Erdlenbruch den weiten Weg aus Berlin nach Reutlingen. Nach ihrem abgeschlossenen Studium an der Universität der Künste Berlin, bewarb sie sich für das Stipendium und überzeugte durch Ihre Malerei, sowie durch ihre authentische Persönlichkeit, ihre Begeisterung und Bereitschaft sich auf die Besonderheiten des Stipendiums in Kulturpark einzulassen. In ihrem Stipendiumsjahr entwickelte sie ihre Landschaftsmalerei weiter, indem sie sich von der Natur der Schwäbischen Alb inspirieren ließ. In Erdlenbruchs Kursen mit wechselnden Teilnehmenden wurde das Thema Leuchten, anhand von Malereien auf transparentem Untergrund, welche durch Lichtkästen oder als Fensterbilder ihre Leuchtkraft entfalten, erforscht. Die Gruppen entwickelten sich neben dem künstlerischen Tätigsein auch zu einer lebendigen Plattform. Das Beisammensein, die gegenseitige Inspiration, das Philosophieren über Kunst auf Augenhöhe und ab und an gemeinsames Singen oder Tanzen, machten die Kurse im Atelier Erdlenbruchs zu einem wöchentlichen Spektakel.

Kunststipendiantin Anna Erdlenbruch vor dem Kulturpark Reutlingen-Nord, Foto: Habila, Kulturpark Reutlingen-Nord
Kunststipendiantin Anna Erdlenbruch