Repression und Verfolgung homosexueller Männer in Württemberg mit Beispielen aus Reutlingen

"Vor Gericht", Osterausgabe "der runde" (1958), Stadtarchiv Reutlingen
Mo, 25. Januar 2021
20:00 Uhr

Berliner Vortrag beim Reutlinger Geschichtsverein
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Beschreibung
Im Zuge der Reichsgründung 1871 wird in Württemberg der Strafrechtsparagraf 175 eingeführt. Er kriminalisiert männliche Homosexualität, oft auch diejenigen, die heute als Transgender bezeichnet werden. Der Paragraf bestimmt über 120 Jahre die Lebenswelten vieler Menschen: 1935 von den Nationalsozialisten verschärft, wird er erst 1994 abgeschafft. Der Referent gibt einen Überblick über die Wirkungsgeschichte des Paragrafen im NS- und Nachkriegsdeutschland und stellt Biografien von Betroffenen mit Reutlingen-Bezug vor. Das Bild zeigt die Grafik "Vor Gericht" eines unbekannten Künstlers aus der Osterausgabe 1958 "der runde", der Zeitschrift der gleichnamigen Reutlinger Kameradschaft. Sie symbolisiert das Gefühl des Ausgeliefertseins und der Vorverurteilung in Gerichtsprozessen. 

Die Veranstaltung ist zugleich der Beitrag des Geschichtsvereins zum diesjährigen Tag für die Opfer des Nationalsozialismus, der stets am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz begangen wird. 

Der Referent arbeitet als Historiker für die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld in Berlin und die Forschungsprojekte „Lebenswelten, Repression und Verfolgung von LSBTTIQ in Baden und Württemberg im Nationalsozialismus und der Bundesrepublik“ der Universität Stuttgart sowie „Queer durch Tübingen“ des Stadtarchivs Tübingen.
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Hinweise
Der Vortrag wird ausschließlich im Livestream über „Zoom“ übertragen. Anmeldungen sind ab sofort bei der Volkshochschule per Telefon (07121/336121) oder per E-Mail (info@vhsrt.de) möglich. Sie erhalten dann die Zugangsdaten mitgeteilt.

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Veranstalter
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