Zerfließende Buchstaben

Dringend, sehr dringend hatte Janika Weiß einen Ausstellungsraum gesucht. Sie brauchte den für ihre Masterthesis, also ihre Abschlussarbeit beim Studium „Master in Design“. Fast schon verzweifelt war ihre Suche, „eine befreundete Künstlerin erzählte mir dann von Kultspace“, sagt die Nachwuchs-Künstlerin und Grafikdesignerin.

Weiß hat sich beworben und wurde genommen. Dass die Ausstellungsmöglichkeit vom 3. bis 5. Juni auch noch kostenlos war – perfekt. „Ich traf hier im Kultspace auf eine Raum-im-Raum-Konstellation – das passte einfach.“ Für ihre Studienabschlussarbeit hatte Weiß „Typografie abstrahiert“: Sie hat Buchstaben so verfremdet, dass nur noch Farbflächen, Facetten erkennbar waren. Die ausgestellten Bilder ließ Weiß in einer Präsentation auf einem im Raum aufgestellten Tablet virtuell zerfließen.

„Da entstand ein Dialog zwischen Grafikdesign und Bildender Kunst“, sagt die Stuttgarterin Janika Weiß. Bei vielen der zahlreichen Besucher wurden aber auch Gedanken geweckt. Gedanken darüber, was für „Facetten in jedem Menschen schlummern und geweckt werden könnten“, sagt Weiß. „Ich habe nur positive Rückmeldungen erhalten“, freut sich die Künstlerin.

(Porträt Norbert Leister)

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