Marienkirche

Gemeinde Engstingen, Ortsteil Kohlstetten 

Im Jahr 1161 wird der Ort Kohlstetten zusammen mit einer Kirche in einer Urkunde des Klosters Weißenau erstmals genannt. Ein außergewöhnlicher Kirchhof umgibt die Kirche damals wie heute: Alle Gräber schauen zum Altar. Bilder aus dem Leben Marias und vom Einzug Jesu in Jerusalem (1480) schmücken den Innenraum. Aufgrund des seitlichen Abbruchs der Chorturmmauern fehlt der zyklische Zusammenhang und eine Deutung ist problematisch. 1534 wird das württembergische Kohlstetten evangelisch. Folglich wurden die Malereien übermalt und die Heiligen Gefäße nach Urach gebracht. Nur ein Abendmahlskelch aus vorreformatorischer Zeit ist heute noch erhalten. Die Inschrift „Michael Bazen / Jacob Bazen / von Zuppingen 1613“, die heute noch im Dachraum am Innengiebel der Ostwand zu lesen ist, zeugt von einem Umbau im Jahr 1613. Die baufällige Kirche wird 1769 bis auf die Ostwand, welche aus dem 12. Jahrhundert stammt und heute das Einzige ist, das aus früherer Zeit erhalten geblieben ist, abgebrochen, neu aufgebaut und erhält so ihr heutiges Aussehen. Bereits knappe 20 Jahre später wird aus Platzmangel die Kirche erweitert: Es wird eine neue Empore eingebaut.