Johanneskirche

Gemeinde Lichtenstein, Ortsteil Unterhausen

Im Herzen von Unterhausen liegt die Johanneskirche direkt an der Echaz gelegen. Der älteste Bauteil des Gotteshauses, der östliche Teil der heutigen Sakristei, dürfte auf die Zeit um 940 zurückgehen. Es war eine kleine, Johannes dem Täufer geweihte Kapelle aus Stein, an die wahrscheinlich ein kleines Kirchenschiff aus Holz angebaut war. Bis 1250 dürfte sie für gottesdienstliche Zwecke gedient haben. Um die gleiche Zeit wurde der gemauerte Chorturm aus Tuffstein errichtet, der mehrere Funktionen hatte: Auf der einen Seite sollte er als Kirchturm für eine geplante Kirche dienen, auf der anderen Seite als Schutzort für die Bevölkerung. Anschließend wurde an diesen Turm ein Langhaus aus Tuffstein angebaut, für den der Vorgängerbau aus ottonischer Zeit weichen musste. Von 1284 bis 1286 erfolgte der Bau der Wehrmauer. Die mit den Grafen von Württemberger verbündeten Grafen von Veringen ließen sie damals zum Schutz gegen den anrückenden Kaiser Rudolf von Habsburg errichten. Da dieser jedoch einen anderen Weg für seinen Einmarsch nach Württemberg wählte, blieb die Wehrmauer beziehungsweise Kirchhofmauer ungestürmt und als Zeugnis mittelalterlichen Wehrbaus bis heute erhalten.
Seine heutige Form erhielt das Gotteshaus in zwei Umbauphasen Mitte des 17. Jahrhunderts und zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die Fensterform und Kirchturmhöhe veränderten.