Galluskirche

Gemeinde Lichtenstein, Ortsteil Honau

Vermutlich hat es bereits eine Kirche gegeben, als Honau das erste Mal erwähnt wurde. Dies geschah in einer Schenkungsurkunde Ottos des Großen (912-973) an den Priester Hartbert vom 23. Mai 937. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat es um diese Zeit bereits eine kleine Holzkirche gegeben, die dem Heiligen Gallus geweiht war.
Das heutige Kirchenschiff ist romanischer Bauart und geht auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurück. Der Turm stammt aus dem Jahr 1857. Das Gemeinderatsprotokoll vom 28. April 1856 belegt, dass der alte Turm baufällig geworden war und deshalb der Bau eines neuen Kirchturms in Auftrag gegeben wurde. Stilistisch ist der gotisierende Turm an das Schloss Lichtenstein angelehnt. Während des Zweiten Weltkriegs gingen am 1. März 1945 bei einem alliierten Fliegerangriff auch auf Honau einige Bomben nieder. Eine detonierte direkt vor dem Eingang der Galluskirche und beschädigte dadurch die Südwand so schwer, dass sie nachts einstürzte. Bereits zwei Jahre später konnte die Kirche am 9. November 1947, dank des Einsatzes der Gemeindemitglieder, neu eingeweiht werden. In diesem Zusammenhang entstand das heute noch zu sehende Deckengemälde von Rudolf Yelin dem Jüngeren (1902-1991).
Bei Renovierungsarbeiten im 19. Jahrhundert fand man Malereien im Stil der Renaissance, darunter frühgotische Darstellungen aus dem frühen 14. Jahrhundert, die unter anderem den heiligen Christophorus zeigen. Das älteste Inventar der Kirche ist der verschiebbare Taufstein, der die Jahreszahl 1618 trägt.