Dominikanerinnenkloster Offenhausen

Gemeinde Gomadingen, Ortsteil Offenhausen

In einem bereits in römischer und frühmittelalterlicher Zeit intensiv besiedelten Gebiet, an dem Ursprung der Lauter, liegt das am Anfang des 12. Jahrhunderts erstmals erwähnte Offenhausen. Diese vom württembergischen Gebiet umgebene Enklave gehörte seit spätestens Mitte des 13. Jahrhunderts den Herren von Lupfen, deren Stammsitz weit entfernt bei Talheim im Landkreis Tuttlingen lag.
Im Jahr 1258 schenkten die fünf Söhne Heinrichs von Lupfen, darunter der Straßburger Kanoniker Ulrich, Offenhausen an Meisterin und Konvent zu Kernhausen unter der Bedingung, dass sie ihren Sitz auf die Alb verlegten. 1262 wurde das Kloster unter dem Namen St. Maria Gnadenzell nach Offenhausen verlegt und in den Dominikanerorden aufgenommen – somit reihte sich auch dieses Kloster in die Namensgebung der im 13. Jahrhundert entstandenen Frauenklöster des Predigerordens ein. Die vor allem im 14. und 15. Jahrhundert erworbenen grundherrschaftlichen Rechte befanden sich überwiegend in den nahe gelegenen Alborten, ebenso die wenigen Patronatsrechte. Die Konventschwestern entstammten zumeist aus dem regionalen Niederadel, den Familien von Landau, von Gundelfingen, Speth und von Stein. Ende des 15. Jahrhunderts lebten ca. 20 Nonnen in Gnadenzell, das Klostereinkommen blieb stets bescheiden. Zur Reformationszeit blieben die wenig verbleibenden Nonnen weiterhin im Kloster, die Verwaltung kam in die Hand eines württembergischen Hofmeisters. 1575 wurden Kirche und Kloster aufgehoben und anschließend für das herzogliche Gestüt verwendet, das heute noch besteht. Die noch erhaltene spätgotische Klosterkirche beheimatet seit der Renovierung 1985 das Gestütsmuseum und zeigt auf zwei Ebenen Exponate zur Geschichte der Pferdezucht, erzählt aber auch von der klösterlichen Vergangenheit.
Das kleine und wirtschaftlich wenig vermögende Kloster besaß nicht die Ausstrahlungskraft der in den städtischen Zentren gegründeten Frauenkonvente des Predigerordens. Allerdings macht der praktische Verlust der Gnadenzeller Handschriftenüberlieferung eine Beurteilung äußerst schwierig. Man weiß jedoch, dass Eberhard im Bart dem reformierten Kloster einzelne Bücher schenkte. Zudem weist ein 1634 erstelltes Inventar, dort vor allem die Ausstattungsstücke der Kirche, auf eine intensive Kreuz-Christi-Verehrung hin.