Pfullinger Schlössle

Stadt Pfullingen

Das Schlössle in Pfullingen liegt auf einer Kuppe zwischen der Echaz und dem Eierbach in der Nähe des Schlosses, der ehemaligen Unteren Burg. Das Gebäude zeigt durch seinen klaren Konstruktionsaufbau anschaulich das Beispiel eines spätmittelalterlichen freistehenden Gebäudes in alemannischer Fachwerkbauweise. Zusammen mit den beiden benachbarten Gebäuden, einer Scheune und der Villa Klemm, bildet das Schlössle heute den Mittelpunkt eines öffentlichen Parks.
In welchem Jahr das Schlössle errichtet wurde, konnte nur durch dendrochronologische Methoden bestimmt werden, da keine sonstigen Hinweise bekannt sind. Die Datierung der Eichenholzproben auf Grundlage der unterschiedlichen Abfolge der Jahresringe ergab eine Bauzeit um 1450. Bauherr ist möglicherweise der letzte Rempen von Pfullingen, Caspar Remp. In zahlreichen Urkunden als Schiedsrichter aufgeführt, vermittelte er zwischen den Grafen von Württemberg und den Grafen von Zollern, zwischen der Reichsstadt Pfullingen und den Grafen von Württemberg. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Schlössle als Sitz für die Kaplanei der Rempischen St.-Nikolaus-Kapelle errichtet. Des Weiteren wurde das Fachwerkhaus als Wohnung des Kaplans der benachbarten Unteren Burg sowie bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts auch als Sitz eines (Pfarr-)Helfers genutzt. Sowohl eine Erweiterung auf der Südseite als auch Anbauten im Bereich des außenliegenden Kellerabganges lassen auf eine intensive Nutzung des Schlössles in den darauffolgenden Jahrhunderten schließen. Heute ist in dem historischen Gebäude das stadtgeschichtliche Museum von Pfullingen untergebracht.