Kleiner Rossberg

Stadt Reutlingen, Stadtbezirk Gönningen

Höhe: 827 Meter 

Der Kleine Rossberg, eine Bergkuppe unmittelbar westlich des Großen Rossberges, ist diesem zum sogenannten Rossfeld mit dem Schönberger Kaph hin vorgelagert. Parkmöglichkeiten sind am Rossberg-Parkplatz vorhanden.

Beschreibung

Die leicht längliche Gipfelkuppe des Kleinen Rossberges wird rund 10 m unter dem Gipfel von einem Graben mit rundlichem Grundriss umzogen, der sich bei einem Durchmesser von etwa 50 m lediglich an den beiden Schmalseiten tiefer (bis 2 m) einschneidet. An der östlichen Seite zum Rossberg hin findet sich eine große nischenartige Abgrabung, die wohl als planierter Standort für (Holz)Gebäude zu deuten ist. Von Mauerwerk findet sich keine Spur. Am flacheren Fuß des Berges sind Ackerstufen (Böschungen) Zeugen früherer landwirtschaftlicher Nutzung des Geländes. Im Einschnitt zum Großen Rossberg hin sind heute noch zwei Quellen vorhanden, die Weidevieh als Tränke dienen.
Wiederholt wurde die kleine Wehranlage auf dem Berg als keltischer Ringwall oder Volksburg bezeichnet. Art und Form wie auch die Erhaltung dieser Befestigung sprechen nach Vergleichen aus Baden-Württemberg jedoch eher für eine Adelsburg des hohen oder späten Mittelalters, die bislang in der Literatur noch keine Beachtung gefunden hat. Die Zufahrt könnte steil den Westhang hinauf geführt haben, wo sich stellenweise noch eine alte Wegtrasse abzeichnet.

Geschichte

Über Erbauer und Bewohner der kleinen Burg ist bislang noch ebenso wenig bekannt wie über ihr Alter. Archäologische Funde liegen nicht vor.

Literatur

  • Gottfried Maier: Volksburgen auf der Reutlinger Alb, in: Württ. Vierteljahrsh. Landesgesch. N.F. 27 (1918), S. 5
  • Jürgen Meyer: Archäologische Geheimnisse. Rätselhafte Entdeckungen zwischen Neckar und Alb, Reutlingen 2002, S. 89-91
  • Christoph Morrisey, Dieter Müller: Wallanlagen im Regierungsbezirk Tübingen (Atlas archäologischer Geländedenkmäler Baden-Württemberg 2: vor- und frühgeschichtliche Befestigungen 26), Stuttgart 2011, S. 358
(Autor: Stadtarchiv Reutlingen)