Schülzburg

Stadt Hayingen, Stadtteil Anhausen

Geschichte

Die Erbauungszeit der mittelalterlichen Schülzburg kann nicht mit Sicherheit belegt werden: Während auf der einen Seite eine Erbauung der Burg 1169 durch die gräflich wartsteinischen Wilzinger vermutet wird, gibt es auf der anderen Seite jedoch keinen bauhistorischen Hinweis, der aus dieser Zeit stammt. Als Burggründer gilt Walter von Stadion, der 1329 die Grangie Altmannshausen, eine heutige Wüstung in Anhausen, des Zisterzienserklosters Salem kaufte und zudem die Schülzburg über Anhausen errichten ließ. 1374 kam sie an das Haus Württemberg, das die Burg 1409 an die von Kirchberg und 1452 an die von Speth verpfändete. Die Familie Speth konnte die Burg mitsamt der Herrschaft Schülzburg schließlich 1464 als Lehen erwerben. Unter Hans Reinhard II. von Speth erfolgte 1605 der Bau des „neuen“ Renaissanceschlosses vor der mittelalterlichen Burg. Am 14. Februar 1884 wurde die gesamte Anlage durch einen Brand zerstört, ein Wiederaufbau unterblieb jedoch. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Schülzburg noch bewohnt. Ausführliche Sicherungsarbeiten wurden zwischen 1984 und 1987 durchgeführt.
Von der mittelalterlichen Höhenburg sind heute noch umfangreiche Ruinen, insbesondere der Palas vorhanden. Ebenso der Überrest des östlich von der mittelalterlichen Burg erbauten Renaissanceschlosses.
 Rekonstruktion der Schülzburg

Beschreibung

„Eine steinerne Brücke führt über den Burggraben in den äußeren, teils von Gebäuden, teils von einer Brustwehr umschlossenen Hof. Der unten massive, oben mit vorstehenden Riegelwänden erbaute wesentliche Teil des Schlosses ist sehr alt und mag wohl noch aus der Zeit der ersten Erbauung der Burg herrühren. Er enthält unter anderem den im Geschmack des vorigen Jahrhunderts restaurierten Rittersaal mit vielen Bildnissen des Spethschen Geschlechts und den fast eine halbe Wand einnehmenden Stammbaum. Aus späterer Zeit stammt das östlich angebaute neue Schloß, welches die noch bewohnbaren Räumlichkeiten enthält, unter welchen ein trauliches Turmzimmer sowie die Schloßkapelle bemerkenswert sind. Durch ein an der Lauter angebrachtes Druckwerk wird das nötige Wasser nicht nur auf die beträchtliche Höhe des Schlosses, sondern auch durch alle Stockwerke desselben getrieben.“[1]

[1] Beschreibung des unversehrten Schlosses aus dem Jahr 1855.
Lageplan der Schülzburg