Bundesmittel für Hohenstein - Restaurierung zweier Archivalienbände
Ein Projekt mit Unterstützung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts "KEK"
Die Gemeinde Hohenstein ist kontinuierlich bestrebt, ihr Gemeindearchiv im Bestand zu erhalten
und zu entwickeln. Dabei leistet das Kreisarchiv Reutlingen im Rahmen der Gemeindearchivpflege
die nötige Unterstützung. Bei den Ordnungsarbeiten kamen brandgeschädigte Archivalien der
ehemals selbstständigen Gemeinde Meidelstetten zutage. Diese waren durch einen Rathausbrand
im Jahr 1888 schwer beschädigt worden und nicht mehr benutzbar. Feuer und Hitze führten zu
Substanzverlust, Verschwärzungen, Rußablagerung und Versprödung, so dass die Seitenränder
schon bei Berührung wie Flocken auseinanderfielen.
Die renommierte Restaurierungswerkstatt Raum in Römerstein führte die aufwändigen Maßnahmen
durch. Zunächst wurden jeweils der Buchblock auf Vollständigkeit und korrekte Reihenfolge geprüft
und die losen Blattteile gesichert. Eine Trockenreinigung aller Blätter schloss sich dem an.
Fehlstellen wurden angefasert und die brüchigen Randbereiche mit Japanpapier belegt. Die
Buchblöcke wurden neu geheftet. Aufgrund des Brandschadens sind die Einbände durch
zweckmäßige Archiveinbände ersetzt.
Die restaurierten Bände sind nun wieder fachgerecht im Gemeindearchiv untergebracht.
Das Projekt betreute im Rahmen der Gemeindearchivpflege das Kreisarchiv Reutlingen.
Quellenwert
Im Gemeindearchiv Hohenstein-Meidelstetten befindet sich die Bandserie Messurkunden und Handrisse über knapp 50 Jahre. In diesen Quellen mit den Handrissen ist die Kulturlandschaft des Ortes beschrieben. Nicht in jedem Gemeindearchiv hat sich diese Serie erhalten, weshalb sie eine besondere Quelle zur Erforschung der Kulturlandschaft auf der Schwäbischen Alb darstellt.
Zur Förderung
Im Dezember 2024 reichte das Kreisarchiv im Auftrag der Gemeinde die Fördereinträge
ein. Es war zu klären, welches der beiden Förderprogramme auszuwählen war, gibt es
auch Vorgaben bezüglich der Mindestfördersumme.
Es war abzuklären, wie die Vorgaben zur Auftragsvergabe (mehrere Angebote) sind,
zumal wir mit der Firma Raum einen zuverlässigen Restaurator im Landkreis haben und
damit kurze Transportwege im Sinne der Nachhaltigkeit verbunden sind. Das
Auswahlverfahren zog sich im Jahr 2025 lange hin, im Mai wurden noch Details zum
Projekt nachgefragt und geklärt. Letztendlich konnten die Bundesmittel erst im September
mit der Genehmigung des Bundeshaushaltes freigegeben werden. Danach musste das
Angebot nochmals erneut für die Auftragsvergabe eingeholt werden. Firma Raum hatte
den Auftrag zeitlich eingeplant.
Im Dezember konnten die Mittel abgeholt und die Restaurierung abgeschlossen werden.
Jetzt werden die Bände wieder an ihrem Platz im Gemeindearchiv aufgestellt.
Hier können Sie die digitalisierten Bände in Bälde recherchieren und einsehen:
Virtueller Lesesaal Kreisarchiv Reutlingen
Wir danken unserem Förderpartner, der das Projekt mit einer großzügigen Unterstützung ermöglicht hat.