Burgstein

Gemeinde Lichtenstein, Ortsteil Unterhausen

Liegt am Rande des Echaztales, südwestlich von Burg Greifenstein und direkt über Unterhausen auf dessen östlicher Seite.
Die ehemalige Burgstelle ist frei zugänglich.

Beschreibung

Aussichtsfelsen mit herrlichem Blick über das Echaztal: Von Honau bis Pfullingen und Reutlingen.

Geschichte

Crusius schreibt 1596, dass auf dem Burgstein einst eine Burg der Greifensteiner stand. Die Reutlinger Oberamtsbeschreibung von 1824 berichtet außerdem, dass unter dem Felsen ein gemauertes Gewölbe zu finden sei, das tief in den Berg hineinführe und der Sage nach Teil eines unterirdischen Gangs unter der Echaz hindurch sein könnte. Der Berichterstatter der Oberamtsbeschreibung von 1893 stellt zu diesem Gewölbe nüchtern fest, dass er „trotz alles Suchens“ nichts davon habe entdecken können. Die Existenz der Burg selbst hinterfragt er nicht.
Bizer verweist darauf, dass mittels Oberflächenfunden und gründlicher Geländeuntersuchung abgesicherte Aussagen über strittige Burgen getroffen werden können. Er schließt den Burgstein als Standort einer Burg aus, weil dort trotz wiederholter Untersuchungen keinerlei Siedlungsreste, Siedlungsspuren oder andere Hinweise aufzufinden gewesen seien. Vielmehr geht er davon aus, dass in diesem Fall der burgartige Fels zur Annahme einer Burg geführt und so zu einer entsprechenden Benennung geführt habe. Auch Schmitt stellt fest, dass es für eine Burg keinerlei Hinweise gebe.    

Literatur

  • Christoph Bizer: Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb. Ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung, 2006, S. 115-122
  • Christoph Bizer/ Wilhelm Gradmann, Burgen und Schlösser der Schwäbischen Alb, 1994, S. 76f
  • Martin Crusius: Paraleipomenus Rerum Sueuicarum liber, 1596
  • Karl Rommel: Reutlinger Heimatbuch. Bilder, Sagen und Geschichten, 1948, S. 174-179
  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb Bd. 4. Alb Mitte-Nord, Biberach 1991, S. 301-310
  • Oberamtsbeschreibung Reutlingen, 1824
  • Oberamtsbeschreibung Reutlingen, 1893
  • Der Landkreis Reutlingen, Bd. 1, 1997, S. 926f

(Autor: Matthias Bauer)