Fischburg

Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen (Gutsbezirk)

Höhe: 630 Meter

Auf dem gut 25 Meter hoch aufragenden Kapuzinerfels im Fischburgertal liegt die gleichnamige Burg. Zu erreichen ist sie von der Straße aus nur über Trampelpfade, sie liegt jedoch im aufgrund latenter Munitionsbelastung für die Öffentlichkeit gesperrten Gelände.

Beschreibung

Zwei Gräben sichern das Felsplateau gegen den nach Osten hin ansteigenden Hang. Der innere Sohlgraben ist bis zu 5 Meter tief und knapp 10 Meter breit, der äußere deutlich flacher und weniger sorgfältig ausgeführt. Die etwa 35 auf knapp 15 Meter messende Felsfläche fällt nach allen Seiten hin ab und bietet so natürlichen Schutz. Von der ehemaligen Bebauung haben sich lediglich Reste einer grabenseitigen Stirnmauer sowie der Schutthügel wohl eines turmartigen Gebäudes erhalten. Funde von behauenen Steinen, Ziegelbruchstücke wie auch Mörtelreste belegen sorgfältig aufgeführte Steingebäude. Im südlichen Steilhang finden sich auf einer kleinen Terrasse unterhalb des Plateaus wohl Spuren eines weiteren Gebäudes.

Grundriss der Fischburg

Geschichte

Im 19. Jahrhundert wird noch von Gemäuer und einem Graben auf der Spitze des Felsens berichtet. Archäologische Funde lassen an eine Gründung der Burg um oder wenig vor der Mitte des 12. Jahrhunderts denken, sie bestand dann vermutlich um die 150 Jahre. Vielleicht war eine 1304 genannte Haylgun von Fischburg eine der letzten Bewohnerinnen bevor die Burg zerfiel. Dass diese nur wenig fassbare Familie als mutmaßliche Edelfreie die Burg auch gegründet haben, bleibt ebenfalls eine Vermutung.

Literatur

  • Christoph Bizer in: R. Bütterlin/ V. Götz (Red.), Münsingen. Geschichte - Landschaft - Kultur. Festschrift zum Jubiläum des Münsinger Landeseinigungsvertrages von 1482, Sigmaringen 1982, S. 250-254
  • Christoph Bizer, Rolf Götz: Vergessene Burgen der Schwäbischen Alb, Stuttgart 1989, S. 36-38
  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb 4. Alb Mitte-Nord, Biberach 1991, S. 259-262

(Autor: Christoph Morrisey)