Schlossberg Sonderbuch

Gemeinde Zwiefalten, Ortsteil Sonderburg

Höhe: 675 Meter

Die Burgstelle liegt innerhalb eines Wiesengrundstückes im freien Gelände am südöstlichen Ortsende Richtung Oberwilzingen. Von der Anlage sind heute nur noch der Burghügel sowie Reste von Wall und Graben zu sehen.
Der Schlossberg ist frei zugänglich.

Beschreibung

Günter Schmitt beschreibt den Schlossberg in seinem Burgenführer Band 2 als „leicht abfallenden Hang am Beginn des Rentales. Die Geländespuren - Burghügel, Graben- und Wallreste - kennzeichnen eine Turmhügelburg. Das umliegende Gelände ist südseitig 2,5 und nordseitig 3,5 Meter unter dem Niveau der circa 11 mal 12 Meter großen, fast kreisrunden Oberfläche. Dies war gerade ausreichend für einen Turm, ein kleineres Holzgebäude und die Umwehrung - vielleicht mehr eine Abgrenzung mit Palisaden. Der flache, keilförmig eingeschnittene Graben umzieht den Hügel noch auf drei Seiten; im Norden ist dieser durch das Anlegen einer Brunnenstube teilweise und im Süden durch einen befestigten Feldweg völlig eingeebnet.“
Lageplan der Burg Sonderbuch

Geschichte

Der sogenannte Schlossberg wurde als Turmhügelburg wohl im 11. Jahrhundert von den Herren von Sonderbuch auf einem vermutlich vorchristlichen Grabhügel erbaut und 1100 erstmals erwähnt. Nachdem aus dem 13. Jahrhundert und der darauffolgenden Zeit keine Nachweise mehr erhalten sind, kann davon ausgegangen werden, dass die Burg nicht sehr lange bewohnt gewesen war.
Der Schlossberg befindet sich in Privatbesitz, ist aber frei zugänglich.

Adelsfamilien

In der Chronik des Berthold von Zwiefalten schenken die Brüder Ulrich und Rupert von Sonderbuch 1132 dem Kloster Zwiefalten den Wald „Maisenhart“ bei Wimsen. Ihre Schwester Mathilde von Dürmentingen („Dirmindingen“) vergibt an das Kloster 8 Morgen an Gütern in Steingart. Mit Helibert von Sonderbuch erhält das Kloster Zwiefalten einen Wald bei Steingart als weitere Schenkung.

Literatur

  • Günter Schmitt, Burgenführer Schwäbische Alb, Bd. 2. Alb Mitte-Süd, Biberach 1989
  • Günter Schmitt: Kaiserberge, Adelssitze - Die Burgen, Schlösser, Festungen und Ruinen der Schwäbischen Alb, Biberach 2014
  • Heimatbuch der Gemeinde Zwiefalten, Zwiefalten 1982
  • Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg (Hrsg.), Schwäbische Chroniken der Stauferzeit: Die Zwiefalter Chroniken Ortsliebs und Bertholds, Sigmaringen 1978
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.), Das Land Baden-Württemberg - Amtliche Beschreibungen nach Kreisen und Gemeinden, Bd. 7: Regierungsbezirk Tübingen, Stuttgart 1978
  • Schwäbischer Albverein e. V. Stuttgart (Hrsg.), Das große Wanderbuch der Schwäbischen Alb: 120 Wanderungen zwischen Küssaburg und Ries, Stuttgart 2005
  • Statistisches Landesamt Württemberg (Hrsg.), Beschreibung des Oberamts Münsingen, Stuttgart 1912

(Autor: Bianca Röschl-Ohorn)