Burg Siegeburg

Gemeinde Zwiefalten, Ortsteil Upflamör

Höhe: circa 655 Meter

Der Burgstall (Burgstelle) Siegeburg liegt nordöstlich von Upflamör, einem der höchstgelegenen Alborte, auf einem schmalen Bergsporn über dem Geisinger Tal 800 Meter nordöstlich von Upflamör.
Die Burgstelle ist frei zugänglich.

Beschreibung

Die Burgstelle, auf der sich keine Mauerreste erhalten haben, ist durch einen breiten Halsgraben von der Hochfläche abgeschnitten. Die Höhenburg bestand aus zwei Teilen auf zwei Felsen: Die am Ende eines gratigen, flachabfallenden Sporns gelegene Burg und die höher gelegene Vorbefestigung am Talrand. Diese umfasste vermutlich den ausgelagerten Wirtschaftshof der Burg auf einer Fläche von circa 90 mal 55 Meter, geschützt durch eine bogenförmige Wall- und Grabenanlage. Die eigentliche Burg gliederte sich durch Abschnittsgräben getrennt in Vorburg (circa 14 mal 15 Meter) und Kernburg (circa 13 mal 14 Meter). Im Bereich der Kernburg ist ein Wohnturm denkbar.

Lageplan Sigeburg

Geschichte

Die Burg soll nach örtlicher Überlieferung von Graf Siegfried von Altshausen, dem 2. Sohn des Grafen Marquard, im 12. Jahrhundert (?) gegründet worden sein. Im 13. Jahrhundert tritt eine Reichenauer Ministerialienfamilie mit dem Beinamen „Sella“=Sattel auf, die sich 1272[1] nach der Burg Sigeberg benannte. 1301 wird Walter von Sigeberg als Riedlinger Bürger bezeichnet. 1311 war die Burg Lehen des Klosters Reichenau, das sie von den Grafen von Veringen erhalten und diese damit wieder belehnt hatte. Zu ihrem Herrschaftsbezirk gehörten neben Upflamör auch Ellhausen und Wäschlinshülbe. 1311 verkauften Graf Wolfrad von Veringen und sein Bruder Heinrich die Burg mit Upflamör, Elnhausen und Weschlinshülbe für 540 Pfund Heller an das Kloster Zwiefalten. Wohl bald nach 1311 dürfte die Burg aufgelassen worden sein. Sulgers[2] Angabe, die Burg sei 1381 durch die Reichsstadt Ulm zerstört worden, ist wohl nicht haltbar, da sie bereits 1350 als Burgstall bezeichnet wird.

[1] WUB VII Nr. 2259 („Crafto de Sigeberc dictus Sella et Petrus frater eius“)
[2] Sulger 313

Literatur

  • Günter Schmitt, Burgenführer Schwäbische Alb, Bd. 2. Alt Mitte-Süd, Biberach 1989
  • Günter Schmitt, Kaiserberge, Adelssitze - Die Burgen, Schlösser, Festungen und Ruinen der Schwäbischen Alb, Biberach 2014
  • Beschreibung des Oberamts Riedlingen, Stuttgart und Tübingen 1827
  • Beschreibung des Oberamts Riedlingen, Stuttgart 1923
  • Heimatbuch der Gemeinde Zwiefalten, hrsg. anlässlich ihres 150 jährigen Gemeindejubiläums 1982
  • Der Landkreis Reutlingen, Sigmaringen 1997

(Autor: Nicole Spiller)