Burg Hohloch

Ehemaliger Truppenübungsplatz Münsingen

Höhe: 824 Meter

„An der Grenze zwischen Böttingen und Auingen, am Hardt, findet man noch die Ruinen einer Burg, Hohenloch genannt, wovon eine am Fuß des Berges entspringende Quelle, der Schloßbrunnen heißt“. So wird die Burgstelle Hohloch erstmals in der Oberamtsbeschreibung Münsingen des Jahres 1825 genannt. Im aufgrund latenter Munitionsbelastung für die Öffentlichkeit gesperrten Gelände ist die Burg Hohloch nicht zugänglich.

Beschreibung

An der südlichen Spitze eines Bergrückens liegt die Burgstelle Hohloch auf einer Felskuppe, knapp 50 Meter über dem Tal. Die planierte Felskuppe mit etwa 5 Meter mal 6 Meter Ausdehnung war wohl randlich zumindest stellenweise einst mit Trockenmauern aufgefuttert. Möglicherweise stand hierauf ein turmartiges hölzernes Gebäude. Die Art einer wahrscheinlich vorhandenen äußeren Befestigung bleibt unklar, in Frage kämen auch hölzerne Hindernisse wie ein Verhau oder Palisaden.
Eine breite, podienartige Terrasse mit etwa 8 Meter mal 6 Meter ist an der Nordost-Ecke des Hügels teils im Fels ausgebrochen und diente wohl als Standort eines weiteren Gebäudes. Talwärts folgen im Nordhang eine tiefe Mulde (wahrscheinlich eine Zisterne) und etwa 5 Meter darunter eine planierte Fläche von etwa 4 Meter mal 8 Meter, möglicherweise ein weiterer Gebäudestandort.

Geschichte

Aufgrund aufgefundener Keramik ging Christoph Bizer von einer Gründung der Burg Hohloch um die Mitte des 13. Jahrhunderts aus, mit einem Auflassen rechnete er im frühen 14. Jahrhundert. Bausteine oder Hinweise auf Bauten fehlen, am ehesten ist wohl mit einem kleinen Holzbau zu rechnen. Diese sehr bescheidene Burgstelle, wohl nur für einige Jahrzehnte bewohnt, besaß aber bemerkenswerterweise für das anzunehmende Wohngebäude auf dem kleinen Felshügel immerhin offenbar einen Kachelofen. Die doch exponierte Lage mit Sicht vor allem nach Süden hin bestärkt die hervorgehobene Stellung als Sitz wohl eines Niederadeligen oder auch Ministerialen, vielleicht als „Außenposten“ zur rund 2 Kilometer westlich gelegenen Burg Reichenau.

Literatur

  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb 4. Alb Mitte-Nord, Biberach 1991, S. 263-266
  • Jürgen Meyer: Rätselhafte Spuren auf der Alb, Reutlingen 2007, S. 142-143

(Autor: Christoph Morrisey)