Burg Hohengundelfingen

Stadt Münsingen

Die mittelalterliche Ruine der Höhenburg Hohengundelfingen war die Stammburg des Freiadelsgeschlechtes der Gundelfinger und ist die umfangreichste Anlage des gesamten Lautertals.
Entstanden ist die 1236 erstmals urkundlich genannte Burg nach den Scherbenfunden in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die bedeutendste Adelsfamilie im Raum Münsingen verfügte im 13. Jahrhundert im mittleren Lautertal über eine Herrschaft von beträchtlichem Umfang und wird erstmals 1105 mit Swigger I. genannt.  Damit fällt die Errichtung des hochwertigen Mauerwerks mit der Blütephase des Adelsgeschlechts zusammen. Von dieser ersten Burg hat sich nichts erhalten. Mit Swigger VI. (etwa 1190-1250), möglicherweise Bauherr des Buckelquaderturms und wahrscheinlich Gründer der Stadt Hayingen, erreichte das Geschlecht seinen Höhepunkt. Doch aufgrund seiner großen Nachkommenschaft, er hatte vermutlich 14 Kinder, zersplitterte der Familienbesitz durch Aufspaltung in mehrere Linien und Zweige. So leitete er den fortschreitenden Niedergang der Gundelfinger ein. Nach 1293 erfolgte der Verkauf an die Habsburger. Ab diesem Zeitpunkt hatte die Burg viele Besitzer und wurde ebenso häufig verpfändet, unter anderem auch an die Gundelfinger. Vermutlich im Städtekrieg zwischen Eberhard dem Greiner und den Reichsstädten wurde die Höhenburg zerstört, so dass sie 1389 als Burgstall bezeichnet wurde. Nichtsdestotrotz gingen die Verpfändungen beziehungsweise ab 1774 die Verkäufe der Ruine mit ihrem Zubehör weiter.1939 kaufte schließlich der Neu-Ulmer Fabrikant Hans Römer die Anlage, ließ von 1948-1966 umfassende Instandsetzungs- und Ergänzungsarbeiten durchführen und gab so der Burgruine ihr heutiges Aussehen.
Von mehreren Ansichtsstellen der Ruine, vor allem vom heute 12 Meter hohen Bergfried, hat man einen freien Blick in das Flusstal und weit über die südliche und westliche Albhochfläche.

Grundriss der Burg Hohengundelfingen