Burg Derneck

Stadt Hayingen, Ortsteil Münzdorf

Höhe: 655 Meter

Die bis ins 16. Jahrhundert nur Degeneck genannte Burg Derneck liegt malerisch auf einer Felsnase etwa 60 Meter hoch über dem Ehestetter Tal. Das geschlossene Bauensemble um den kleinen Burghof bietet einen reizvollen Eindruck einer mittelalterlichen Burganlage, jedoch sind die Gebäude erst nachburgenzeitlich. Sie kann vom beschilderten Wanderparkplatz aus über einen Feldweg erreicht werden.

Beschreibung

Auf einer Felsnase über dem Ehestetter Tal liegt die Burg Derneck. Das durch einen Halsgraben mit vorliegendem Zwinger abgegrenzte Bauensemble um den kleinen, ummauerten Burghof bietet zwar einen geschlossenen Eindruck, jedoch sind Schloss-Scheuer (Tenne) und das Forsthaus Neu- oder Umbauten aus jüngerer Zeit. Das sogenannte Steinhaus ist im eigentlichen Sinn eine Schildmauer mit nachträglich eingebautem Turm (heute Aussichts-Plattform). Im ehemaligen fürstenbergischen Försterhaus, dessen Unterbau noch aus mittelalterlicher Zeit stammt, richtete der Schwäbische Albverein 1968 ein Wanderheim ein, die ehemalige Tenne (Wirtschaftsgebäude) wurde zu einer Gaststätte ausgebaut.

Grundriss der Burg Derneck

Geschichte

Als „Nachzügler“ mittelalterlicher Burgen wurde sie von Degenhard (I.) von Gundelfingen erst wenig vor 1350 erbaut, von dem sie den 1351 bezeugten Namen Degeneck erhielt. Bis 1546 blieb Derneck im Besitz der Gundelfinger, bevor sie auf dem Erbweg an die Grafen von Helfenstein und später an das Haus Fürstenberg ging. Die ursprüngliche Anlage bestand allem Anschein nach nur aus einer kleinen, auf einer engen Felskuppe gelegenen Kernburg, die sich an die turmbewehrte Schildmauer anschloss. Bei einem späteren Ausbau wurde die Schildmauer verstärkt und mit dem runden Turmanbau versehen. Zusätzlichen Schutz bot nun eine zweite, weit ausladende Zwingeranlage. Ab 1768 wurde die Burg durch das Haus Fürstenberg als landwirtschaftliches Gut und Försterwohnung genutzt.

Literatur

  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb. Alb Mitte-Süd, Biberach 1989, S. 193-200
  • Stefan Uhl: Die Burgen der Herren von Gundelfingen im Großen Lautertal und seiner näheren Umgebung, in: Ritter und Bauern im Lautertal: 900 Jahre Bichishausen, Gundelfingen, Hundersingen, Münsingen 2005, S. 39-41
(Autor: Christoph Morrisey)


Rekonstruktion der Burg Derneck