Ameisenbühl

Stadt Bad Urach

Höhe: 753 Meter

Beschreibung

Die felsige Bergnase zwischen Uracher Wasserfall und Rutschenfelsen wird Ameisenbühl genannt. Am Ansatz an die Hochfläche zeigt der kurze und felsige Sporn einen mächtigen, hügelartig bis knapp 3 Meter hoch aufragenden Wall, der in der Mitte von einem breiten Durschnitt durchzogen ist. Durch diesen führt ein Wanderweg (Hauptwanderweg 1), zudem die mit alten Steinen ausgesetzte Grenze zwischen Urach und Sankt Johann. Der Hügel begrenzt eine sehr kleine, durch Felsstufen abgeschlossene Innenfläche mit etwa 20 Meter Länge und gut 10 Meter Breite. Auf dem kleinen Felsplateau zeigen sich keine Spuren einer Bebauung oder künstlichen Geländeveränderung. Im angrenzenden Wald stammen zahlreiche flache Gruben, Mulden und Rinnen wahrscheinlich von der Suche nach Eisenerz.

Geschichte

Archivalische oder archäologische Hinweise auf Bauzeit und Funktion der Anlage fehlen bislang. Christoph Bizer fand hier wenige vorgeschichtliche Keramikscherben von den Seitenwänden des grabenartigen Einschnittes im Hügel, die wohl in die Hallstattzeit datieren. Letztlich lässt sich die Anlage auf dem Ameisenbühl derzeit weder funktional noch zeitlich einordnen. Die Bauform spricht aber doch für eine kleine mittelalterliche Burgstelle, die nur durch einen wallartigen Hügel gesichert gewesen war.

Der Ameisenbühl in Bad Urach (Fotograf: Christoph Morrisey)

Literatur

  • Claus Oeftiger: Burgen im oberen Ermstal, in: H. Bernhard u.a., Der Runde Berg bei Urach (Führer arch. Denkm. Baden-Württemberg 14), Stuttgart 1991, S. 143ff, 147f
  • Christoph Bizer: Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg 26), Stuttgart 2006, S. 135-137
  • Christoph Morrissey, Dieter Müller: Wallanlagen im Regierungsbezirk Tübingen (Atlas arch. Geländedenkmäler Baden-Württemberg 2: vor- und frühgeschichtliche Befestigungen 26), Stuttgart 2011, S. 355
(Autor: Christoph Morrissey)