Jüdischer Friedhof

Stadt Münsingen, Ortsteil Buttenhausen

Der jüdische Friedhof Buttenhausen – am Nordhang des Mühlbergwaldes errichtet – ist ein geschütztes Kulturdenkmal und zeugt deutlich von der Entwicklung der verschiedenen Grabsteinstilformen vom Ende des 18. bis ins 20. Jahrhundert. Während die älteren Grabsteine schlicht gehalten und auf Hebräisch sind, weisen die jüngeren prächtig ausgeführte Formen auf, die oft auf die Herkunft der Bestatteten hinweisen. Während der Zeit des Nationalsozialismus konnten die Juden keine weiteren Grabsteine mehr erwerben, so dass sie auf hölzerne Stelen zurückgreifen mussten. Diese wurden in den 1960er Jahren durch schlichte Grabkissensteine ersetzt und die Stelen beispielhaft in der Bernheimerschen Realschule ausgestellt.
Heute sind noch 399 Grabsteine (Mazewot) aus dem gesamten Nutzungszeitraum vorhanden – der älteste lesbare Grabstein ist von 1802, die letzte Beerdigung fand um 1943 statt. Außerdem befindet sich ein Gedenkstein für die jüdische Gemeinde und eine Erklärungstafel über ihre Geschichte auf dem Friedhof.
Ab Mitte der 1970er Jahre wurde die Begräbnisstätte von Walter Ott und seinen Söhnen hergerichtet, die Grabsteine gereinigt und wiederaufgerichtet als auch die Zeichen nachgemalt.